was war das Ziel?

migriert werden sollte mein Server (echte Server-Hardware mit Supermicro-Board, 3Ware.Hardware-RAID Controller, 8GB RAM, 2 XEON-CPU’s, 2 RAID Plattensysteme) auf Stromspar-Hardware. Ich hatte mir das Ziel gesetzt, die Leistungsaufnahme des Serverraums drastisch zu reduzieren, und zwar von 320Watt Minimum Leistungsaufnahme auf 100 Watt Minimum Leistungsaufnahme. Dazu habe ich mich nach kurzer Beratung durch Boui (IPS-Forum) und ergänzender eigener Recherche zu folgender (Desktop-)Hardware entschieden:

 

1x   D3 8GB 1600-787 Sniper K2 GSK (Kit 2x 4GB)    
1x   Cougar A300/R 300W ATX23    
1x   Noctua NH-C12P SE14    
1x   Asus P8H67-M PRO H67 RG SM    
1x   Int Core i5-2400S 2500 1155

 

Vorbereitungen

meine größte Sorge war, das Betriebssystem auf die neue Hardware zu bekommen. Da es sich auch um einen 2008R2-Domaincontroller handelt (und ich damit kaum Erfahrungen habe, schon gar nicht mir dessen Migration) habe ich lange vorher auf möglichen Migrations-Szenarien rumgedacht:

  • Umwandlung des jetzigen Servers in eine VM-Maschine
  • paralleles Aufsetzen eines neuen Domaincontrollers, synchronisatzin des AD mit dem alten Server und anschließendes Heraufstufen des neuen Servers
  • komplettes Neuaufsetzen einer neuen Umgebung und verwerfen der bestehenden Umgebung

am Freitag bekam ich die neue Hardware und habe erstmal ein freifliegendes Serversystem aufgebaut. Als das lief, hatte ich probehalber die Systemfestplatte aus einem anderen WIN7-Rechner (mein ehemaliger MePo-Rechner) an die neue Hardware angeschlossen und gebootet. Vielleicht klappt das ja. Ganz ehrlich: ich hab hier eine Erfolgswahrscheinlichkeit von <30% gesehen. Man liest ja überall, das es in der Regel nicht klappt, wenn man einem Betriebssystem neue Hardware unterjubelt. Wegen der Treiber, andere Prozessoren und so weiter und so weiter. Also Systemplatte (SSD) rein, Start gedrückt und angeschnallt. Ich staunte nicht schlecht, als der Rechner hochfuhr, sogar das Auto-Logon funktionierte, das System rödelte im Hintergund heftig in der Treiber-Konfiguration rum (man sah in der Task-Leiste dieses hektisch flackernde Pop-Up „neue Geräte installiert….“ oder so ähnlich), nach ein paar Minuten war alles vorbei und ich hatte ein funktionierendes Betreibssystem vor der Nase. Als mal in den Gerätemanager reingeschaut: klar, ein paar Geräte waren wegen fehlender Treiber nicht aktiv – aber damit war mindestens zu rechnen. Also Treiber nachinstalliert, reboot – fertig!

Nun denn, völlig erstaunt hab ich das gleiche mit dem (alten) Server-Betriebssystem gemacht. Und spätestens hier wird man belohnt, von Anfang an auf professionelle Hardware gesetzt zu haben: Da ich im Server ein dediziertes RAID1 auf Intel-Basis für das Betriebssytem habe (2x 120GB SD mit Hotspare-SSD) habe ich hier einfach eine der beiden Festplatten rausgezogen (in der Zwischenzeit hat dann der Intel RAID Matrix Storage Manager die Hotspare-Platte ins RAID eingebunden und auf den neuesten Stand gebracht – eine gute Gelegenheit, einen Worst-Case zu simulieren), an die neue Server-Hardware angeschlossen, im BIOS als Bootplatte gekennzeichnet und los!

Erstaunlicherweise auch hier das gleiche Bild: das OS hat nach dem Start die alten Treiber rausgeschmissen, automatisch neue Treiber installiert (wenn vorhanden), ich habe dann manuell die fehlenden Treiber nachgeschoben, 2-3 reboot – fertich! Unglaublich! Ich hatte nun meinen Migrations-Pfad!

 

Wie ist die Migration erfolgt?

am Sonntag gegen 22 Uhr war das Backup dann endlich durch und ich habe mit dem Vorbereiten des Servers auf die Migration begonnen. Zunächst wurden alle Dienste auf „manuell starten“ gesetzt, die wärend des Umbaus und der anschließenden Serverkonfiguration nicht laufen sollten (z.B. IP-Symcon, PRTG-Network Monitor, diverse Scripte). Anschließend wurde der Server runter gefahren, alte Hardware ausgebaut, neue Hardware eingebaut (das war ne ziemliche Schweinerei: der Server war 4 Jahre als, dementsprechend viel Staub hat er gesammelt (trotz ab- und Aussaugen zwischendurch). Dann zunächst nur 1 (!) Systemfestplatte aus dem RAID1 angeschlossen (denn so hatte ich mir ein Fallback offengehalten: mit der anderen Festplatte hätte ich jederzeit die alte Hardware wieder in Betrieb nehmen können), Server gestartet – selber Ablauf wie oben beschrieben (Treibergerödel) und nach ein paar Reboots stand das System fast einsatzbereit vor mir.

Nun habe ich die Netzwerkkarte mit der ursprünglichen, statischen IP versehen, Netzkabel angeschlossen. Läuft. Nun ging es daran, ein neues RAID 5 für die Nutzdaten aufzubauen (geplant waren 3x3TB = 5,5TB Nutzkapazität). Um die Webcams schnellstmöglich wieder in Betrieb nehmen zu können (diese legen auf dem RAID5 alle paar Sekunden ihre Bilder ab) habe ich zunächst nur die dafür nötigen Verzeichnisse angelegt. Im wesentlichen war die Migration soweit abgeschlossen, das der Minimalbetrieb möglich war (Webserver, PRTG Network Monitoring, IPS), ich habe also nun die vor dem Umbau deaktivierten Dienste in Betrieb genommen und hochgefahren – es lief alles problemlos (ok, ein paar kleinere Konfigurationsmaßnahmen waren schon nötig). Damit lief die Home-Automation, Der Webserver, die Webcams und ein paar andere Dienste wieder. Wenn ich nicht ein paar Umbauprobleme mit der hardware gehabt hätte, wäre das ganze wohl in 2 Stunden erledigt gewesen. So habe ich von 0:30 Uhr bis 04:00 Uhr gebraucht. Dann noch schnell die Rücksicherung der zuvor gesicherten 2,3 TB Nutzdaten angestoßen (die war dann auch nach 20h fertig), ein paar Tests – Feierabend.

 

Was hat’s gebracht?

die entscheidende Frage war ja: würde ich mit der Hardware mein Ziel (die angestrebte Reduktion der Leistungsaufnahme von 320Watt auf 100Watt) erreichen?

Schon im Testaufbau zeigte sich, das die neue Hardware um die 30 Watt benötigte (allerdings mit Minimal-Bestückung). Nach der Migration habe ich eine Last von ca. 160Watt (für den ganzen Serverraum) gemessen. Das lag aber an den eingeschalteten externen eSATA-Platten, auf denen die Backup-Nutzdaten waren. Am Dienstag früh war dann auch die Rücksicherung der Nutzdaten durch. Der Stromzähler (übrigens ein eltako FWZ61-16A Enocean Einphasen Funk-Stromzähler) zeigte 104Watt Stromverbrauch bei Standard-Last des Servers an (CPU bei ca 15-20% Auslastung), den Stromverbrauch des Serverraums kann man sich auch hier live anschauen. Echte Freude: Mission accomplished, jieppie!

Rechnerisch wird das 1700kWh pro Jahr einsparen, bei den aktuellen Strompreisen amortisiert sich die angeschaffte Hardware nach 12 Monaten. Das ist ein Ergebnis, mit dem ich gut leben kann. Zwar tut mit die Abschaffung des alten Server richtig weh (der hatte richtig Power – war aber völlig oversized), aber vielleicht finde ich eine vernünftige Anwendung dafür (oder einen Abnehmer…)

 


 

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