Vorgeplänkel

ich will hier meine eigenen Erfahrungen mit den Koubachis schildern. Es kann durchaus sein, dass dies Einzelfälle sind. Das aber kann wohl nur der Hersteller wirklich beantworten. Auch habe ich keinen Kontakt zum Hersteller aufgenommen, um meine nachfolgend beschriebenen Erfahrungen mit selbigem auszutauschen. Mir geht es hier nicht darum, ein Produkt zu rezensieren, sondern eines meiner IP-Symcon Projekte (RS IPS Koubachi)  mit einer beleuchtenden Erklärung zu Grabe zu tragen.

Software-Fragen

Und völlig begeistert habe ich mich umgehend an die Programmierung der Koubachi-Implementierung in meine IP-Symcon Home-Automation gemacht. Das ging übrigens sehr gut, weil Koubachi hier eine ziemlich gute API anbietet. So können sehr gut verständlich extrem viele Daten, die die kleinen Koubachis in den heimischen Blumentöpfen sammeln, ausgelesen und ins eigene IPS transportiert werden. Allerdings ist diese Schnittstelle nicht sehr performant: es kommt häufig und dauerhaft zu Verbindungsproblemen, weil der Koubachi-Server nicht antwortet (vermutlich überlastet). Grundsätzlich kann man aber damit ganz gut leben.

Koubachi Web-Portal

Auf die Koubachi eigenen Auswertungen und Präsentation der Meßdaten will ich hier nicht weiter eingehen, da ich mich damit nur zum Zwecke des Kennenlernens befasst habe. Auf mich machte aber auch das einen gut durchdachten und gut aufbereiteten Eindruck. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im Webportal von Koubachi nicht mit dem Bodenfeuchtewert gearbeitet wird, hier wird dieser Wert vielmehr auf ein pflanzenindividuelles Profil übertragen. Nur so erhält man eine zur Pflanze passende Aussage wie „zu trocken“, „zu nass“.

Meine Erfahrungen mit den Sensoren

Ich habe seit Anfang 2013 2 Sensoren im Einsatz, jeweils im Abstand von etwa 4 Wochen beschafft. Beide Sensoren habe ich zunächst für 3 Monate in je einem Kaktus-Topf (ca. 15x15cm) und einem  sehr großen Kübel (60cmx80cm), in dem sich ein Benjamin befindet, betrieben.

Das böse Erwachen im August 2013

Nach nun 6 Monaten im Dauereinsatz kehrte langsam Routine ein: wochenlang habe ich die Efeu-Kübel am WE jeweils reichlich gewässert (immer Montags früh Morgens nochmal 10 ltr pro Kübel drauf), um die Pflanzen bis Freitags bei Laune zu halten.

Achso: fast vergessen, ich hatte vier Monate vorher beide Koubachis in meine beiden Ferengi-Pflanzkübel auf dem Balkon umgetopft.

Weiter im Text: wenn ich Freitags nach Hause kam, waren die Kübel schon recht trocken (aber noch nicht staubtrocken).

Also hab ich mich mehr und mehr an den Meßwerten der beiden Koubachis orientiert: höhere Bodenfeuchte lt. Sensort => etwas weniger gewässert. Und umgekehrt. Läuft doch ganz gut. Dachte ich. Bis Mitte August.

RS.net Koubachi Kurve Feuchtigkeit I

Koubachi Bodenfeuchte im linken Efeu-Kübel August 2013

Am 16.8 Bin ich mal wieder zu Hause aufgeschlagen, eine der ersten Aktivitäten war, meine beiden Ferengis (so heißen die beiden Efeu’s) mit Wasser versorgt. Ich staunte nicht schlecht, als ich stehendes Wasser im linken Efeu-Kübel sah. Konnte die Gießkanne noch rechtzeitig stoppen. Es war schon spät, also hab ich mir das Übel am folgenden tag bei Tageslicht angeschaut. Es stand wirklich Wasser im Kübel, knapp über der Kies-Oberfläche. 

Also Akkuschrauber rausgeholt, Kübel unten angebohrt und erstmal 10 Liter Wasser abgelassen. Das Wasser muss ca. 2 Wochen in Summe gestanden haben.

Dann hab ich mir das ganze (besser: die Meßdaten) etwas genauer angeschaut. Im Bild sieht man ab Anfang August eine Bodenfeuchte-Kurve, die zwischen 80 und 50% oszilliert. Montags ist der Wert hoch (weil auf Vorrat gegossen), im Verlauf der Woche nimmt diese ab. Eigentlich wie erwartet. Wie ich jetzt weiß, entsprach das aber überhaupt nicht der Realität. Ich hatte mich schon gewundert, warum der Efeu in den letzten Monaten deutlich mehr Wasser brauchte als sonst, habs aber auf das verstärkte Wachstum und die hohen Temperaturen geschoben (ohne genauer nach zu schauen).

Interessant ist auch, dass die Feuchtigkeitskurve auch dann in fast gleichem Rythmus weiter oszilliert, nach dem ich das Wasser abgelassen und das Gießen (am 11.08. zuletzt gegossen) eingestellt habe. Es ist für mich einfach nicht nachvollziehbar, dass die Bodenfeuchte (bei völlig durchnässtem Boden) 2 Wochen nach dem letzten Gießen auf 80% steigt.

Ich habe bei diesen Sensoren nie erwartet, dass diese eine Genauigkeit von – sagen wir mal pauschal 90% oder größer aufweisen. Nicht in der Preisklasse. Dazu ist das Thema zu komplex. Aber die Kurve, die ich hier sehe, sagt mir: der Sensor ist absolut unbrauchbar.

Interessanterweise verhält sich der 2. Sensor fast entgegen gesetzt: er zeigt noch reichlich Feuchte (ca 50%)  an, obwohl der Boden (auch in tiefer liegenden Schichten) fast staubtrocken an. Dauerhaft und reproduzierbar. Also auch nicht viel besser.

Ob der linke Ferengi den Unfall überlebt, muss sich noch zeigen. Ein wenig Hoffnung habe ich

Fazit

Mein – inzwischen recht weit entwickeltes Projekt – habe ich eingestellt (die letzten Entwicklungen sind allerdings nicht veröffentlicht). Es läuft zwar noch nebenher mit, aber es wird definitiv über kurz oder lang abgelöst. Allerdings ist es nicht einfach, ein halbwegs brauchbares System am Markt zu finden. Es gibt diese eigentlich nur im professionellen Bereich – und damit entsprechend teuer.

Das Koubachi ist aus meiner Sicht ein gut durchdachtes und noch viel besser vermarktetes System, scheitert aber an der selbst gestellten Aufgabe: der zuverlässigen Überwachung der Bodenfeuchte von Pflanzen.

Ob am konstruktiven Aufbau des Sensors was zu verbessern ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Falls so etwas realisierbar ist, würde ich dem Hersteller noch folgende ToDo’s mitgeben:

 

  • der Sende-Intervall der Meßdaten sollte auf 1h gesetzt werden (derzeit sind 24h angegeben)
  • die Streuung der Meßwerte der Sensoren untereinander muss deutlich reduziert werden
  • die WEB-API muss deutlich performanter werden

 Vom Preis her fände ich das System ok – wenn es denn brauchbare Messwerte liefern würde.

 

Alternativen

Vegetronix VH400: seit August 2014 habe ich 2 Vegetronix VH 400 in Betrieb. Allerdings handelt es sich hier „nur“ um reine (dafür aber technisch ausgereifte, verschleißfreie) Sensoren, die eine Analogspannung liefern, die mit dem Volumenanteil Wasser im Boden (VWC) korreliert. Um die Meßwerte des Sensors sinnvoll in der Homeautomation verwenden zu können, müssen diese zunächst digitalisiert werden. Da ich noch 2 Analog-Ports am ADAM 6017 frei hatte, war das für mich kein Problem. Aktuell werden nur Meßwerde aufgezeichnet, gegossen wird (noch) manuell. Die Messwerte (aktueller Tag und 4 Wochen) finden sich hier: RS51.Vegetronix VH400

 


 

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