Update 17.03.2014:
Der Hersteller hat heute mit der IPS V3.1.3374 u.A. ein Bugfix zum unten beschriebenen Scripttimer-Limit veröffentlicht. Damit sind auch wieder Laufzeiten >24h möglich und führt zu keinen Fehlermeldungen mehr.

Und ich hab mich grad 2 Tage über den Rollout meines aktuellen Projekts (RS Energy Forecast V1.5) gefreut. So sehr, dass ich heute Morgen – im Zuge einer größeren Update- und Patch-Arie verschiedener Systeme – völlig schmerzbefreit auch mein IP-Symcon an den jüngsten Änderungen teilhaben lassen wollte (aktuell IPS V3.1.3367). Ich hatte seit Anfang Februar V 3.1.3346 im Einsatz, einen wirklichen Grund für ein Update hatte ich nicht – lief ja alles (bis auf die schon länger existierenden Probleme, mit denen ich mich arrangiert hatte).

Ich hatte gerade das Update fertig, den Server (wegen anderer Updates) mehrmals gestartet, da trudelte die erste Fehlermeldung eines Users ein (welcher mehrere meiner Projekte im Einsatz hat):

 

 

Auslöser war in diesem Falle eine Scripttimer-Konfiguration:

 

 

Ich habe daher die Projekte und benannten Stellen im Script auf diese Fehlermeldung in meinem System untersucht: Bingo – das Problem hab ich jetzt auch!

Nach kurzer Recherche (im IP-Symcon Forum gab es einen Thread aus Anfang März, den man nur mit Glück finden und dem aktuellen Problem assoziieren konnte) in der IP-Symcon Doku fand sich dieser Hinweis:

 

Warnhinweis zum Scripttimer in der IPS-Doku

Warnhinweis zum Scripttimer in der IPS-Doku

 

Nun lese ich nicht täglich die Doku, aber ich bin mir sehr sicher, dass dieser Hinweis ziemlich neu ist. Ich habe darauf hin mal in den Release-Änderungen (auch im Beta-Forum) recherchiert: ich konnte keinerlei Hinweise auf dieses Thema finden. Ich hab dazu auch im Moderatoren-Umfeld gefragt: diese Änderung scheint erst kürzlich und ohne Vorwarnung in eines der letzten Releases eingeflossen zu sein. Auf Grund dieses ForenThreads wurde offensichtlich die Doku angepasst.

Was bedeutet das nun im Klartext?

Das bedeutet, dass alle Scripttimer, die in meinen Projekten eingesetzt werden und eine Laufzeit von > 24h haben, aktuell noch laufen, sofern sie aktiviert bleiben. Alle Konfigurationsbefehle, die versuchen, einen Scripttimer mit einer Laufzeit von mehr als 24h zu konfigurieren, sind unwirksam und erzeugen die o.g. Fehlermeldung.

Mit anderen Worten: es sind potenziell alle meine hier veröffentlichten Projekte betroffen. Glücklicherweise habe ich vor einigen Monaten begonnen, in die Downloads den jeweiligen IPS-Versionsstand einzubauen, bis zu dem die Projekte funktionieren. Hilft zwar nicht wirklich – aber immerhin ein Hinweis.

Zusammenfassung (ich muss mich mal auskotzen)

Wenn jetzt der Eindruck entstanden ist, ich wäre etwas genervt, dann täuscht das ganz sicher nicht. Da dies nicht der erste Unfall dieser Art ist (genannt sei hier stellvetretend die klammheimliche Änderung von AC_GetAggregatedValues, die offiziell angekündigte Änderung der Timer-Konfiguration in den Feldern CyclicDateFrom, CyclicDateTo, CyclicTimeFrom und CyclicTimeTo zur V3.1), frage ich mich langsam, ob ich zukünftig überhaupt noch in der Lage sein werde, a) meine Projekte auf einem einsatzfähigen Stand zu halten und b) mein eigenes System lauffähig zu halten.

IP-Symcon ist ein Hobby, ist Freakware, was sehr viel Zeit und Fachwissen voraussetzt. Das sollte jedem bewusst sein. Aber wenn dann ständig (und in den letzten Jahren häufen sich die Vorfälle dieser Art) Änderungen und Restriktionen in das System eingezogen werden, die a) nicht kommuniziert, b) nicht dokumentiert und c) im Forum auf Nachfrage nicht mal ignoriert werden, dann fragt man sich schon, wie oft man noch verschmerzen kann, gegen die Wand zu laufen.

Irgendwie hab ich da manchmal den Eindruck, als interessiere es den Hersteller überhaupt nicht, was in den Systemen der User passiert bzw. passieren könnte. Schließlich können hier durchaus sicherheitsrelvante Systeme betroffen sein, wo der fleißig updatende User nicht den Hauch einer Chance hat, vorher zu prüfen, ob sein individuelles System betroffen sein könnte. Geschweige denn hat man eine Chance, präventiv drauf zu reagieren und Scripte anzupassen. Er läuft ins offene Messer. Und wenn ich drüber nachdenke – oftmals während der Woche in Kundenprojekten und somit nicht vor Ort eingreifen könnend – wird mir schlecht.

Schaut man sich die Aktivitäten im Forum an, stellt man schnell fest: gefühlt 80-90% des IP-Symcon Supports wird vonPower-Usern oder Moderatoren übernommen. Und ich meine hier nicht den Grundlagen-Support und Hilfestellung zur Doku. Nein, ich meine schon die IPS-Kernfunktionalität, wo in erster Linie nur der Hersteller was zu sagen kann, plus eine handvoll Poweruser. Logisch, dass die Support-Kapazität des seit 2005 agierenden 2-Mann Teams arg begrenzt ist, aber wenn ich drüber nachdenke, wie das wohl – bei steigender Anwenderzahl – in einigen Jahren funktionieren soll….

Bei einer jungen, engagierten Firma ist eine solche Supportform angebracht und wird (wurde) auch von mir gern unterstützt. Aber wenn entscheidendes Hintergrundwissen – manchmal nicht mal auf Nachfrage – weitergegeben wird, wenn wesentliche Systemänderungen selbst den Betatestern „untergejubelt“ werden, wenn Hilfe-Anfragen im Forum trotz mehrfacher Nachfrage des Users einfach ignoriert werden, stellt sich die Frage, ob sich die Situation irgendwann mal zum Besseren wendet. Ich hab da mittlerweile meine Zweifel – zumal das auch von etlichen anderen Betroffenen seit Jahren immer wieder reklamiert wurde. Und ich meine hier die Power-User, die Betatester, die wirklich seit Jahren tief im System stehen und sich für die Community und IP-Symcon engagieren. Änderungen habe ich hier bisher leider nicht registrieren können.

Und das vor dem Hintergrund, dass es sich in allen – stellvertretend genannten – Beispielen um jahrelang etablierte Befehle und Praktiken handelt, bei denen es – zumindest aus User-Sicht – keinerlei Änderungsgrund gibt. Aus Entwicklersicht mag das anders aussehen – das kann und will ich nicht beurteilen. Aber Verständnis setzt Hintergrundwissen voraus…. wenns da schon fehlt…..

IP-Symcon ist meiner Meinung nach nach wie vor eine sehr gute Plattform, (leider) ohne Wettbewerb, aber die Art und Weise des Umgangs mit den Usern ist manchmal schon eine Katastrophe. Dazu völlig unnötig: vor dieser Software braucht man sich als Hersteller nicht zu verstecken. Wenn sich dies in proaktiver Kommunikation wiederspiegelte, gäbe es diese (hausgemachten) Probleme gar nicht.

Ja, großer Mist, und wie weiter?

Ich muss hier erstmal meinen eigenen Ärger abbauen. Tu ich heute auch: ich baue RS One um. Das lenkt ab und schafft Mehrwert.

In naher Zukunft gibt es bezgl. meiner IPS-Projekte und des eigenen Produktiv-Systems heftig viel zu tun: der Project Exporter, der ja Transport-Vehikel für meine Projekte ist, muss erstmal IPS V3.1 ready gemacht werden. Das ist schon eine Herausforderung. Wenn das dann fertig ist, können die Projekte analysiert und bereinigt werden. Erst dann ist mit V3.1-fähigen Versionen zu rechnen.

Als User bleibt einem vorerst nur die Wahl:

  1. aktuelle RS-Projekte nutzen, kein IPS-Update machen
  2. aktuelle RS-Projekte nutzen, IPS-Updates machen und mit den Fehlermeldungen leben
  3. aktuelle RS-Projekte abschalten, um mit den neuesten IPS-Versionen arbeiten zu können.

Als Workaround bliebe vielleicht – aber das ist sehr aus der Hüfte geschossen – eine Deaktivierung der Codezeilen, die den Fehler auslösen. Ggf. kann man noch statt der Scripttimer zyklische Events einbauen. Aber man sollte hier schon wissen, was man tut……

….sorry, mehr geht im Moment nicht.


 

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