Schon Flexstrom hatte mich mit einer Kostensteigerung von ca. 50% begeistert. Hätten sie es ein Jahr früher gemacht, währe ihnen (bei meinem Stromverbrauch) die Pleite erspart geblieben. Aber selbst dieser Laden hat bei einer Erhöhung der Kosten nicht von Senkung gesprochen…. hä?

Der Reihe nach:

Diese Woche trudelt diese Mail ein:

Zitat:

Sehr geehrter Herr Raketenschnecke*,

wir freuen uns, Ihnen heute mitteilen zu dürfen, dass die Senkung der hoheitlichen Umlagen zum Zeitpunkt ihres Wirksamwerdens an Sie weiter gegeben wird. Zum 1.4.2015 ändern sich die Allgemeinen Stromlieferbedingungen für Gewerbekunden und Verbraucher. Ihr Arbeitspreis beträgt ab dem 1.6.2015:29,73 Cent brutto je kWh. Aufgrund dieser Anpassungen haben Sie das Recht, den Stromliefervertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist bis zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderungen zu kündigen…..

Grübel, Grübel: sie wollen den Arbeitspreis senken, weil sich die „hoheitlichen Umlagen“ verringert haben? Der Arbeitspreis beträgt dann 29,73 Cent/kWh? Das ist ja nett von meinem lieben Stromlieferanten. Wäre jetzt mal interessant, herauszufinden, wie hoch die Senkung (prozentual) eigentlich ist.

Also mal kurz nachgerechnet:

mein aktueller Arbeitspreis liegt bei 24,14 Cent/kWh. Zukünftig liegt er (bedingt durch die Senkung der Umlagen) bei 29,73 Cent/kWh. Mein Taschenrechner spuckt dazu eine „Senkung“ von sage und schreibe -23,16% aus. Wow, das nenn ich mal ne Ansage. Da ich meinen Stromlieferanten bei den heutzutage herrschenden brutalen Marktbedingungen aber nicht leiden lassen möchte, nehme ich doch glatt das ebenfalls im Schreiben formulierte Kündigungsrecht in Anspruch.

Denn: wer mir um 23% gestiegene Kosten als „Senkung“ unterjubelt, dem würde ich nicht zwingend den Gedanken einer Partnerschaft unterstellen. Und „vertragen“ wird man sich mir derartigen Lieferanten langfristig wohl auch nicht. Passt aber sehr gut in mein strategisches Stromlieferanten-Management: 1 Jahr wird dann rum sein, auf gehts zum nächsten Anbieter ;-)

Schmunzeln musste ich hier schon.

 

Liebe Firma „Immergrün Energie“ (Tochter der 365 AG): Sie haben Post!

Nachtrag

Nachdem mir eine Aufstellung der Kostendetails (Quelle: Stadtwerke Fürstenfeldbruck) und deren Änderungen durch „Arno Nym“ zugespielt wurde, stellt sich die oben zitierte Mail noch etwas drastischer dar. Demnach sinken die hoheitlichen Umlagen von 6,769 Cent/kWh(2014) auf  6,616 Cent/kWh (2015). Also homöopathische 0,153 Cent/kWh.

Ich würde sagen: die Ausrede „Panne/Versehen“ zieht hier nicht mehr.

 

* mit „Herr Raketenschnecke“ bin natürlich ich gemeint ;-)


 

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One Response to Stromlieferant: Senkung des Arbeitspreises um -20%

  1. Hi Schnecke,

    ja, ist schon ein Jahr alt aber ich würde mir trotzdem mal im Nachgang das Impressung Deines Stromanbieters anschauen.
    Eine Googlesuche mit den Namen ist sehr erhellend. Besonders auch mal die Namen des Vorstandes mit eingeben, dann bekommt man so etwas den Eindruck, was für ein Firmennetzwerk da entstanden ist.
    So bekommt man auch einen Eindruck, was von den Vergleichsportalen zu halten ist, denn trotz vernichtender Kritiken sind diese „Firmen“ ständig ganz vorne abgezeigt.

    Viel Spaß
    Andreas

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